Kirgisistan 2006

3 Monate in Kirgisistan

Für eine Hand voll Dollar

Zurück aus Usbekistan mit neuen Eindrücken und Erfahrungen. Heute mal das allgemeine, was wahrscheinlich keinen guten ersten Eindruck von dem Land hinterlassen wird. Denn als (westlicher) Tourist lässt man dort ordentlich Geld und Nerven, wenn man eben keine Ahnung hat. Aber ich kann nicht oft genug drauf hinweisen: Ist alles subjektiv :-)

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Visum: Außer das wir alle, unsere Kollegen und wir, keinen Schimmer hatten, ob wir überhaupt ein Visum bekommen rechnete man dann doch auch mit zweierlei Maß. Unsere Kollegen durften für 8 Dollar einreisen, wir für 54. Angemerkt sein noch, dass die Amerikaner die zufällig auch an der Botschaft ein Visum beantragten, über 100 Dollar bezahlt haben.

Da es hier um Usbekistan geht, erzähle ich jetzt nicht, dass wir mit dem Bus über Kasachstan nach Usbekistan reisen wollten, aber kein Transitvisum hatten und um Mitternacht mit dem Taxi zurück nach Bischkek sind, nach 3 Stunden Schlaf zum Flughafen sind, um nach Osch zu fliegen, auch nur, um dort dermaßen von einem Taxifahrer beschissen gefoppt zu werden, der uns anstatt zur 10km entfernten Grenze zu einer 120km entfernten Grenze fuhr, für den 5 fachen Preis, damit wir dort feststellen durften, dass wir da nicht rüberkommen um danach (wenigstens für den richtigen Preis) zu der eigentlichen Grenze nach Osch zurückzufahren :-)

An der Grenze: Ohne Wertung ist hier eigentlich nur zu bemerken, dass ich durchsucht wurde und zwischen meinen 110 (in Worten einhundertundzehn) 500-Sum Noten doch noch 50 Dollar auftauchten, die ich nicht angegeben hatte. Ich hatte in jeder Tasche Geld ohne Ende und dummerweise nicht richtig nachgeschaut. Nicht angegebenes Geld wird laut Zollordnung eingezogen. Ich durfte den Schein für eine Strafzahlung behalten. Der Beamte war so nett, ihn mir persönlich in meine Hosentasche zurückzustecken. Einen Beleg über die Strafe von umgerechnet 18 Dollar hat er vergessen, mir zu geben. Aber alle waren immer nett und freundlich.

Plane, Train, Road Trip

Die Fahrt nach Taschkent haben wir für umgerechnet 60.000 Sum auch überstanden. Das war fast der normale Preis. Man zahlt halt nur nicht nur mit Geld sondern auch mit Nerven. Taxis fahren halt ein bisschen schneller und die Straßen und Autobahnen sind noch nicht so ganz in Ordnung. Zirka 500km werden dann in 6 Stunden zurückgelegt, man würde schneller vorankommen wenn man nicht von den Militär- und Polizeiposten aufgehalten würde. Auf der Strecke gab es ungelogen ca. 15-20. Der Fahrer konnte jedoch immer gut mit den Soldaten/Polizisten und ich musste nur einmal raus um mich an einem Posten zu registrieren.

Ich dachte ja schon, in Bischkek gibt es viele Polizisten aber ok, wir wohnen ja auch im Zentrum wo die ganzen Regierungsgebäude und Botschaften sind. Aber ich kann guten Gewissens sagen, das es in Usbekistan vielleicht das 100-fache an Polizei gibt. Man kann grundsätzlich von einem Polizisten immer zum nächsten schauen. Deswegen brauchen die auch keine Funkgeräte, die rufen sich einfach alles zu. Das ist schon krass, allerdings waren alle nett und haben auch Auskünfte gegeben. Vielleicht ist ja die Zeit der „Crooked Officials“ ja glücklicherweise vorbei, vor der in den Reiseführern noch so eindringlich gewarnt wird. Ich habe in KG und UZB bis auf den Grenzer keine schlechten Erfahrungen gemacht, upps der Grenzer hatte doch nur die Quittung vergessen, also: ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Taschkent (thumbs down) und Bukhara (thumbs up) behandle ich separat…

Nochmal richtig beschissen übers Ohr gehauen wurden wir dann vom Crazy Taxi Driver auf dem Weg von Taschkent zurück nach Osch. Zur Erinnerung hinzu bezahlten wir 60.000 zu zweit (normalno). Wir suchten uns dann einen Taxifahrer und der wollte uns für 24.000 in die nächstgrößere Stadt an der Grenze in Usbekistan fahren, diesmal hat im „real shared Taxi“ d.h. es sollten noch 2 Fahrgäste dazukommen. OK, klingt vernünftig. Irgendwie mussten wir dann doch nochmal das Taxi wechseln (zum Crazy Taxi Driver) und dann sollten es auf einmal 48.000 Sum sein. Obwohl ich 3x per Handzeichen und schlechtem Russisch, für meine Auffassung  klar, 24.000 für 2 Personen ausgemacht hatte. Aber no Way, und man ist auch in schlechter Ausgangslage wenn man weiß das am selben Tag das Visum ausläuft. Somit war verhandlungstechnisch nur noch 40.000 (Start war 60.000!) drin bzw. 50.000 direkt zur Grenze. Das war ca. das 2 bis 2,5 fache, was die anderen 2 bezahlten. Ich weiß aber nicht ob wir die subventioniert hatten, kann ich mir aber gut vorstellen, weil das auch so Vögel a’la dem Crazy Taxi Fahrer waren. Der Fahrstil war unter aller Sau, aber normal und der der Typ hatte außerdem Minderwertigkeitskomplexe, was das überholt werden betraf. Sein zweiter Fehler im Kopf war sein Musikgeschmack und die Lautstärke der Anlage. Der Australier, den wir dann im Osh-Bischkek-Nachtbus trafen, bestätigte mir dann, dass das kein Unikum war.

Die Überquerung der Grenze zurück nach Kirgisistan lief dann überraschenderweise problemlos. Alle waren sehr nett und nach einer halben Stunde Formalitäten betraten wir wieder kirgisischen Boden.

Da ich jetzt nicht weiß, ob ich das zu wirr geschrieben habe (ich bin noch etwas von der Nachtfahrt gerädert) fasse ich nun nochmal zusammen, meine persönlichen

Tipps für die Reise nach und in Usbekistan:

Ein- und Ausreise: VISA VISA VISA! Checkt vorher die Route. Aufgrund der wilden Grenzen, vor allem im Fergana Tal kann es passieren, dass man mehrere Länder kreuzt. Die Hauptrouten wurden hat alle zur Sowjetzeit gebaut als das alles Eins war und man keine Visa brauchte. Alles Geld auf der Zollerklärung angeben. Gefundenes Geld danach ist im Zweifelsfalle weg. Die Zollerklärung und alle Hotel- und Transportquittungen aufheben, die will der Beamte bei der Ausreise mit 99% Wahrscheinlichkeit sehen. Die Ausreisezollerklärung sollte logischerweise weniger Geld aufweisen wie die Einreisebestätigung (Also beim Abheben drauf achten).

Geld allgemein: „Beim Abheben drauf achten“ -  was hab ich gelacht!!! Geldautomaten in Usbekistan sind immer leer. Also Bares in Dollar mitnehmen und den Rucksack für die Sum nicht vergessen. Unser Kurs war 1 Dollar = 1200 Sum (Die höchste Note in Usbekistan sind 1000 Sum). Ich glaube unsicher muss man sich mit den Bündeln aber nicht fühlen (siehe Polizei) und jeder Usbeke hat mindesten ein 3cm dickes Bündel dabei.

Polizei: War immer nett. Reisepass immer dabei und griffbereit haben. Vor allem bei der Reise per Auto/Bus wird man sich als Ausländer öfters mal registrieren müssen.

Transport: Nach Möglichkeit in folgender Reihenfolge benutzen. Zug – Minibus – Taxi (Alter Fahrer, Altes Auto) – Taxi (Alter Fahrer – Neues Auto) – Taxi (Junger Fahrer – egal wie alt oder neu). Der Zug ist günstig, sauber und sicher. Man kann halbwegs schlafen und es gibt Tee und „Railway Catering“ (kein Witz – ist ne kleine Box mit Erdnüssen, Rosinen, Tee und Keksen) und günstiges Essen aus dem Bordrestaurant. Der Minibus ist günstig und man wird nicht beschissen. Außerdem kann der nur 80 fahren und man bekommt nur Schweißausbrüche wenn zu viele Leute drin sind und es warm wird und nicht aufgrund des Fahrstils. Der alte Taxifahrer hat eine Referenz: Er lebt noch, d.h. er fährt vernünftig. Die jungen rasen einfach dahin und ich weiß für mich, das ich so eine Aktion nicht nochmal mitmache.

Sonstige Infos: Usbekistan auf Wikipedia und der Aral See (wird zwar hier nicht behandelt aber sehr interessant!!!)

Dienstag, 3. Oktober 2006 - Verfasst von m | Reisen | | Noch keine Kommentare

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