Filmkritik: Minister’s Daughter In Love
Gestern waren wir im Kino. Ein krigisischer Film in einem schoenen alten Kino mit dem Namen „Россия”. Derweil der Film auch in kirgisicher Sprache war konnte man nur mit wenigen „Foreigners“ rechnen und wir waren die einzigen die auf so eine Idee gekommen sind. Dazu aber am Ende mehr. Wir hatten unsere Mitpraktikantin Beka dabei, die die groebsten Unklarheiten beseitigen konnte.
Zum Film. Dieser hatte den schoenen Namen, frei ins Englische uebersetzt (kling einfach besser): „Minister’s Daughter In Love“. Ich bin kein Filmstudent, aber ich denke, das war in erster Linie eine Romantik-Drama mit Actionelementen in perfekten Stilmix zwischen Jim Jarmush und John Carpenter (in seinen fruehen Werken). Ausserdem konnte man Einflusse eines Andreas Dresen nicht uebersehen, was man an der Kamerafuehrung erkennen konnte.

Es wurde der klassiche Stoff verarbeitet. Der Junge vom Lande, Typ musikalischer Karatekaempfer (MK) geht zum Studieren nach Bischkek. Dort wohnt er bei einer Familie, deren Tochter (AT = andere Tochter)erstmal was Besseres ist und nix mit dem Landei zu tun haben will. Irgendwann nimmt sie den Trottel vom Land mal zu einer Party mit und dort bekommt er dann irgendwie eine Gitarre in die Hand und bricht die Herzen der Damen, v.a. das der Tochter des Ministers (MT) zum Schmelzen.
Warum das ausgerechnet die Tochter eines Ministers sein muss, ist nicht klar auszumachen. Jede andere Tochter haette es auch getan, aber sonst waere der Titel, der ja schon ein ganz schoener „Catcher“ ist nicht moeglich gewesen. Nicht nur in diesem Zusammenhang war der Film „ein wenig inkonsistent und hatte logische Schwaechen“. Aber darueber kann man locker hinwegsehen.
Jedenfalls verliebt sich die AT auch in den Minnesaenger, der aber nun leider schon der MT verfallen ist. Klassisch halt. Problem ist natuerlich der Ex von der MT, der den erstmal mit einigen Kumpels verpruegeln will. Da MK aber Karatevirtuose ist macht er alle fertig. Die Kampfesgruppe wird dann auch von der Polizei verhaftet und MK kommt ins Gefaengnis. Natuerlich ruft MT Papi an (einzige Legitimation fuer die Exsistenz eines Ministers) und er kommt ohne Probleme frei. Hier beinhaltet der Film die sozialkritische Komponenten und prangert auf eine Subtilitaet die ihresgleichen sucht, die Korruption in Kirgisien an.
Der Ex laesst nicht locker und heuert jetzt ganz finstere Gesellen an. MK, zwischenzeitlich in’s Studentenwohnheim umgezogen wird im weiteren Verlauf entfuehrt, kommt in eine Schiesserei, ja, es explodiert sogar ein Auto. Alles sehr schoen minimalistische aufbereitet. MT-Papi ist natuerlich auch nicht begeistert, dass die Tochter mit so einem Luftikus rummacht, die ganaue Taktik seitens des Vaters ist aber nicht zu ergruenden. Aber irgendwie geht das Gnaze auseinander. MK besinnt sich nun auch, das joggen und Karate in den Bergen ueber Bischkek nun doch besser fuer die Seele ist und in einer eindrucksvollen Szene mit Karateuebungen vor der Kulisse Bischkek endet der Film. Die weiteren Geschehnisse werden als Zeitraffer im Abspann gebracht. Das hat es so noch nicht gegeben. Hier setzt der Regisseur Trends wie einst Orlson Wels in Citizen Kane. Jedenfalls werden die boesen Kerle verhaftet, MT unklar und, was mir persoenlich nicht gefallen hat AT bringt sich vor lauter Liebeskummer um.
Angemerkt sei, dass viel „Alltaegliches“ in dem Film untergebracht worden ist, also auch Dinge die ich im Blog schon geschrieben habe. Deswegen versuche auf jeden Fall eine DVD zu importieren.
Das eigentliche witzige ist, einige Schauspieler und der Regisseur auch im Kino waren und die ganz begeistert waren das Auslaender sich einen kirgisische Film anschauen. Somit wollen sie sich gleich mit uns treffen. Mal sehen ob ich etwas Input fuer den geplanten 2. Teil, der evtl. auch noch bis Ende November fertig werden soll, beisteuern kann.

Hast du den Film schon da? eventuell?