Kirgisistan 2006

3 Monate in Kirgisistan

O zapft is…

Puenktlich zum Oktoberfest werde ich jetzt mal etwas ьber die Getraenke in Kirgisistan schreiben. Ich gehe einfach mal induktiv vor und fange mit den altbekannten Sachen an.

Zuerst waere das der Tschai (der gute alte Tee). Egal wo man hinkommt, das Erste (und auch letzte) was man immer angeboten bekommt ist der Tee. Wie beim Dцner um die Ecke gibt’s den in einer kleinen Kanne als Konzentrat und dieses wird dann mit heissem Wasser aufgegossen. Ist meistens schwarz und man haut schцn viel Zucker rein.

Wassertechnisch ist auch alles im Lot. Mit und ohne Gas von der 0,25er bis zum praktischen 5-Liter-Kanister ist in jedem Supermarkt alles zu haben. Die (zwei) grossen amerikanischen Getraenkekonzerne haben auch Zentralasien nicht vergessen und so gibt es fьr den etwas dickeren Geldbeutel auch C**a- und P***i-Cola und deren Brьder und Schwestern. Also eher langweilig.

Spannender ist da schon das Piwo. Sorten gibt’s wie Sand am Meer und auch das gute alte „Sail away“-Bier aus Bremen kann man erstehen. Ist aber auch wie in Deutschland ein Lifestyle-Produkt und dementsprechend teurer. Allgemein muss man sagen, dass das Zeug doch nach wie vor recht gьnstig in Deutschland ist. Ja man kann auch hier ein „Bier“ von der Sorte Sternburg erstehen (fuer unsere Leser aus den alten Bundeslaendern: das ist ungefaehr vergleichbar mit Oettinger) doch das  schmeckt eher wie ein Bueschel Hopfen in einer Pfuetze ausgerungen. Das, was den Namen Bier verdient ist so fьr um die 70 Cent zu haben, also nix mit 9.99 der Kasten, wie beim Edeka um die Ecke. Ein kirgisisches Bier habe ich leider noch nicht gefunden. Die meisten Biere kommen aus Russland und Kasachstan und das „Baltika“ aus St. Petersburg ist hier der Favorit. Der Vollstaendigkeit halber: Die Sorte Bier gibt’s von „0“ bis „9“, also Ohne Alkohol bis „das schaedelt aber ganz schoen“.

Biertest

Milch! Milch ist auch so ne Sache. Eine kurze Statistik. 4 Tueten gekauft (2x Normal 2x Joghurt), alles im ersten Supermarkt am Platze. 3x war’s schon schlecht.

Dann doch lieber vergorene Milch. Denn davon gibt’s hier ’ne Menge Derivate. Ich weiss eigentlich noch gar nicht, wo da ьberall die Unterschiede sind, aber auf jeden Fall muss man zwei Sorten nennen. Auf dem Land wird ьberall Kymys abgeboten, das ist vergorene Schafsmilch, oder doch Esel? und ich habe das leider noch nicht probiert. In der Stadt kauft man dagegen Tasch. Das bekommt man im Supermarkt und an wirklich jeder StraЯenecke. Dort sitzen dann Verkдufer mit einem grossen Holzfass und verkaufen das fьr ein wirkliches Kleingeld. 0,2 kosten 12 Cent. Das ist dann auch das Erfrischungsgetraenk der Kirgisen, das man sich so zwischendurch reinzieht. Ist auch wirklich erfrischend, prickelnd und hat einen angenehmes Bukett.

Aber save the best for last. Mein absoluter Favorit. Nur was fьr echte Mдnner! Um die Werbung zu zitieren. Schorro – eto sila! Schorro – das ist Kraft! Es handelt isch hierbei um ein Getraenk aus vergorenem Brot. Hцrt sich eklig an, sieht noch ekliger aus. Aber ich hab’s probiert und muss sagen, gar nicht ьbel. Nur wenn man das in der Falsche kauft, ist das ein bisschen schwierig. Irgendwie ist da richtig Schmackes in der Flasche und so endete mein erste Versuch auch in einer Sauerei. Doch wenn die Flasche dann auf ist und die Waende von flьssigen Brot gereinigt sind, dann hat man es sicht wahrlich verdient…

Schoro beim Oeffnen

Ein Taesschen Schorro:

Schoro

Sonntag, 17. September 2006 - Verfasst von m | Allgemein | | 1 Kommentar

1 Kommentar »

  1. das Bier,das im Photo unter dem Namen „belovodskoe“ steht,ist ein kirgisisches Bier..?

    und danach,“kymyz“ ist auf keinem Fall Schafs oder was anderes Milch,sondern nur Stutenmilch.

    Und was meintesdt du unter dem „Tasch“? Sowas gibt`s gar nicht…

    Marian: Danke für die Hinweise. Leider reicht mein Gedächtnis nicht mehr, um mich an die Details zu erinnern. Ich habe diese Erlebnisse damals unter der Faszination des Neuen geschrieben. Sichlich hab ich da hier und da was durcheinandergeschüttelt. Aber ich freue mich über jeden Kommentar, der Falsches richtigstellt.

    Kommentar von bubina | Samstag, 14. April 2007 | Antworten


Kommentieren