Kultur und der „Faust“ der Kirgisen
Heute mal Kultur und nix bzw. Nicht so viel von der „ironischen Sichtweise eines Deutschen“. Hier sei nochmal angemerkt, dass das Land und die Leute bis jetzt einen unglaublich positiven Eindruck hinterlassen!!!
Gestern waren wir also auf dem Ala-Tol Platz auf dem 1. Internationalen Festival der Epik. Ich hatte bis dato auch nur von der Odysee und der Ilias vom guten alten Homer gehört, aber den kannste, im Vergelich zu DER kirgisischen Epik „Manas“, vergessen. Erstens ist die Älter und zweitens viel viel länger. Es ist nicht genau klar wie viele Seiten die Manas umfasst, aber im im Laden ist das Buch schon ein echter Klopper.

Das Zentrum bietet jetzt einen schönen Anblick. Auf dem ersten Platz im Lande, dem besagten Ana-Tol Platz sind überall Jurten aufgestellt. Foto folgen. Dort kann man sich über diverse Künstler und Künste informieren und es wird ein allgemeines Programm geboten. Abends sind dann in allen Möglichen Lokationen Aufführungen.
Gestern waren wir also beim Festival Auftakt, das man in Deutschland als Folk-Open-Air bezeichnen würde. Die erste Stunde traten internationale Künstler aus Zentral-Asien und auch Europa (die 2 deutsche Künstler haben wir leider verpasst) auf. Hauptsächlich wurde eben aus Manas zitiert. Ich kann das schwer beschreiben aber aus eingeschränkter deutscher Sicht klang das so wie beim Dönermann um die Ecke, der aber russischer Herkunft war. Deswegen ist es wirklich Schade, den deutschen Beitrag verpasst zu haben!
Nach eben diesen verschiedenen Auftritten der verschiedenen Künstler kam der Höhepunkt, der alles andere, auch das was ich so in Deutschland/Europa gesehen habe, in den Schatten stellte. Es war quasi ein gesungenes Schauspiel, herrlich farbenfroh, klare Handlung (natürlich aus Manas) und viel Action. Inhalt war eigentlich klassisch: Es wurde von der Natur, dem Leben der Nomaden, Kriegen oder der Liebe berichtet (hier kam wirklich der Klassisker: reiches Mädchen/ Typ Prinzessin liebt Naturbursche und reicher Papi mag das nicht…) Ich glaube sogar, dass der Naturbursche auch Sohnemann vom Erzfeind gewesen sein könnte, denn am Ende wurde irgenwie auch gekämpft. War so ein bisschen Romeo und Julia. Aber nochmal, Manas ist älter als die Illias: „Also wer hat hier von wem geklaut, William?!?“

Jetzt zum Finale: Irgenwie wurde alles wieder ins Lot gebracht und das war dann auch irgenwie gut für Kirgisien. Am Ende liefen alle Schauspieler auf, die ca. 50 Soldaten aus deren Speren nun ein Feuerscweif fauchte, die Natur, gespielt von den 50 Schulkinder, die Armee zu Pferde, immerhin auch so 20 und sonst alle Schauspieler und Künstler. Musikalisch wurde ein Lied geschmettert das ohrenscheinlich von Kirgisistan handelte und ein weiteres Feuerwerk wurde entfacht. Der Oberhammer war allerdings die Springbrunnen, die sie letzten Tage nicht in Betrieb waren. Diese wurden dann auch noch eingeschaltet. (Die sorgte für viele Besucher für eine überraschende Erfrischung, das diese als Zuschauerplatz benutzt wurden.
Zur all-abendlichen Gestaltung, die danach erst Ihren Beginn fand, schreibe ich ein andres Mal.
Noch keine Kommentare.
