Djen roschdenja intelligencia
Der Geburtstag ist vorbei und wodkaselig schreibe ich noch schnell die Highlights den vorangegangen Stunden auf. Alles begann, wie jede andere Party in Deutschland auch, bei der Frau Ihren 50 Geburtstag feiert. Aufm Tisch ein paar Kanapees und man trifft sich in der Ecke und kommuniziert. Während man nun kommunizierte kann ich schnell man die Behausung der Upper Class beschreiben.
Wie gesagt, wir waren bei der Frau Direktorin eingeladen und die Behausung war dementsprechend. Es war um das mal kurz und prägnant zu beschreiben, eine geile Hütte. Nicht irgendwie übelst modern oder alles vom feinsten aber irgendwie cool. Das Grundstück bestand quasi aus 3 Häusern. Eins war das Wohnhaus, mit traditioneller Wohnstube und moderner Küche. Die Wohnstube bestand nur aus einer Couch einem Tische und einem Fernseher und viel, viel kirgisischer Volkskunst. Oben waren dann die restlichen Zimmer, die auch minimalistisch (Bett, Tisch, Schrank) aber künstlerisch wertvoll eingerichtet waren. Das Highlight war aber die eigene Jurte im Gelände. Voll eingerichtet, mit Platz für ca. 8-10 Personen. Auch das freistehende Grill- und Kochhäuschen ist noch der Rede wert, da dort die ganze Zeit am Stück gekocht wurde. Ok, die Damen und Herren erzählen sich also fröhlich weiter und als dann so langsam alle dar waren, begannen die Huldigungen. Dies erfolgte in Lobpreisungen auf die Gastgeberin mir der Länge von 5 bis gefühlten 15 Minuten, wenn man nicht so viel versteht. Man kann pauschal sagen, dass vielleicht 20% der gesamten Party aus Reden und viel wichtiger TOASTS bestand. Warum aber so viele Toasts? Na dann gibt’s Wodka! Ich kam auch in die peinliche Situation, dass ich zu nah an einer Preisung stand und irgend jemand in der Runde bemerkte, dass ich kein Glas hatte. Zu dieser Zeit, war ich noch der Meinung, ich trinke Zwei mit und verabschiede mich dann von meinem Glas. Böser Fehler! Wenn man ganz schnell mal im Mittelpunkt stehen möchte, dann muss man sich nur OHNE (volles) Glas auf eine kirgisische Runde gesellen. Also jedenfalls wurde mein Fauxpas bemerkt und meine Misere wurde per „Nicht-Stille-Post“ an den Barkeeper gesendet. Alle nahmen bedauernd Anteil und warteten geduldig bis mein Glas gefüllt wurde. Jetzt konnte der Toast erneut begonnen werden, so dass man zwischenzeitlich sowieso wieder Durst bekam. Dann wurde sich wahrscheinlich nochmal vergewissert ob denn nicht noch ein Unwissender in die Runde gestoßen war (aber mehr Ausländer waren ja nicht anwesend) und endlich konnte angestoßen werden. Eine ältere Kirgisin glaubte mir dann nicht einmal, dass ich mein Glas Ex-und-Hop geleert hatte. Nachdem ich es umdrehte, was ziemlich gut ankam, musste ich auch noch mit ihr abklatschen. Mit dieser Aktion hatte ich meine verlorene Ehre zurückerobert.

Ansonsten war das aber recht chillig. Jazz, Wein und Vodka. Ich hatte das Vergnügen mit einem älteren Kirgisen über Politik und Wirtschaft zu fachsimpeln, uns wurde die Jurte genaustens erklärt und das Haus, sowie das Atelier gezeigt (Ich vergaß der Gatte der Gastgeberin ist Maler. Des weiteren waren Gäste aus Ministerien, DIE Kumusspielerin (das kirgisische Instrument, eine Art Gitarre) oder besagte Politikerin anwesend. Als ausländische Gäste wurden wir natürlich gleich für das am nächsten Tag anstehenden Kulturfestival von der Koordinatorin des Ministeriums eingeladen. (Also muss ich wieder einen Abschnitt schreiben :-)
Irgendwann hab ich mich dann an den Vodka gewöhnt, bzw. gelernt nicht mehr den Coolen raushängen zu lassen und das Glas zu exxen. So kam man dann gediegen über die Runden.

Zum Schluss noch ein paar Tipps für eine kirgisischen Party: 3 Tage vorher nichts mehr essen (die Party starten mit essen und wenn es keins mehr gibt ist das das eindeutige Zeichen, dass die Party zu Ende ist), immer eine Rede in petto haben und „verdammt nochmal, Teil Dir den Vodka ein!!!“
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