Kirgisistan 2006

3 Monate in Kirgisistan

Arbeiten

Nun einige Beobachtungen zur Arbeitswelt. Wohlgemerkt handelt es sich hier erst um den ersten Eindruck und ich denke: “Da geht noch was.” Empfangen wird man selbstverständlich freundlich, da kann man nicht meckern. Nach etwas Tee und der gegenseitigen Vorstellung, diese auch ebinhaltete was denn unsere Ziele für die Organisation sind, wurden wir an unseren Arbeitsplatz entlassen. Nun konnten wir loslegen, aber womit? Nachdem wirklich alle unsere Vorschläge in den E-Mail als “very good idea” behandelt wurden, sollte das nun auch in der Praxis so weitergehen. Das witzige ist, dass wir alles fordern können: Flatrate, Software, Laptops, … aber was wir mit dieser geballten Powerladung an Tools machen sollen ist noch nicht klar. Alle sind recht busy und ein nächster Inhouse-Termin wird dann hoffentlich Aufklärung bringen. Wir haben also den Laden einfach mal aus “Mc Kinsey”-Perspektive begutachtet und legen, dann mal alles auf den Tisch. Ich gewinnne daraus, ist ja erst der 2. Tag, jedenfalls nur Positives, denn endlich kann man mal kulturelle Kommunikation üben. Das bleibt sicher spannend ud ich erzähle dann mal wie die Geschichte weitergeht…

Auch war heute eine Mitarbeiterin da, die nebenbei noch eine wichtige Person in einer kirgisischen Volkspartei ist. Sie ist nicht der Chef und diesbezüglich kann man bis jetzt noch keine klaren Hirarchien beobachten. Aber die Frau aus der Partei war doch schon “higher Society”. Ich wohnte nur dem Mittagsmahl bei, aber alle sorgten sich doch eifrig um ihr wohl. Die Tee-Tasse war immer voll und die Süssigkeiten und Pralinen waren sorgfältig um ihren Platz aufgebaut. Sie hatte auch den Hauptredeanteil dieser Mittagspause.

Ein weiteres Highlight ist seit 1 Stunde, die Ausformulierung der Geburtstagsgrüße für die Direkorin. Die hat heute Geburtstag .(Bericht folgt dann sicher an dieser Stelle) [Oh, Gott jetzt merkt der aufmerkame Leser, dass ich in der Arbeitszeit blogge]. Da ich den Text jetzt ungefähr schon 10x gehört habe (Jede 10 Minuten wird er rezipert, ausgedruckt, verbessert, rezipert, ausgedruckt, …) habe ich so langsam alles verstanden. Jetzt merkt man endlich, dass ich in einem ehemaligen Bruderstaat der UdSSR gelandet bin. Wo man in Deutschland vielleicht schreiben würde: Happy Birthday Chef und beruflich und privat alles Gute, … hören sich die Geburtstagsgrüße für Frau Direktorin ungefähr so an: Frau Direktorin, herzlichste (und andere Superlative) zu Geburtstag. Dann kommt ein langer Teil in dem Ihr für ihr Engagement für die kirgisische Kultur, den Staat, … und was weiss ich noch alles, gedankt und weiterhin viel Erolg gewünscht wird. Dies nimmt ungelogen ca. 10 Zeilen ein. Dann noch das Klassische und ferig ist die Geburtstagskarte. Jetzt nur nochmal ausdrucken, rezipieren, verbessern, ausdrucken, rezipieren, … Zur Stunde dauert das noch an…

Worauf sich alle freuen: Zu Ehren der Frau Direktorin hat das Kollektiv schon ein Stunde früher Schluss und begibt sich dann geschlossen zur Demonstration, äh zur Geburtstagsfeier.

Mittwoch, 6. September 2006 - Geschrieben von | Allgemein

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